Kartographie im 20. Jahrhundert




1912

Max Weiß promoviert an der Universität Rostock mit der Dissertation "Die geschichtliche Entwicklung der Photogrammetrie und ihre Verwendung...", deren erster Teil in Stuttgart 1912 veröffentlicht wird.

1912

Die Herstellung von neuen Flurkarten und Feldregistern wird angewiesen.

1918

Der Rostocker Lehrer Johannes Gosselck publiziert den "Atlas zur Heimatkunde von Rostock" in Rostock.

1922

Durch Gesetz wird die Fortführung des ritterschaftlichen Hufenkatasters als Sonderkataster aufgehoben.

1922

Eugen Geinitz publiziert eine geologische Karte Mecklenburgs in 1:200 000.

1926

Johannes Gosselck gibt einen Schulatlas und einen Heimatatlas für Mecklenburg in dem Verlag Velhagen & Klasing heraus. Die Geschichtskarten wurden von General von Woyna erarbeitet.

1928

Eine Analyse des mecklenburgischen Vermessungswesens, die im Auftrage des "Reichssparkommissars" durchgeführt wird, ergibt, daß 82% aller Katasterkarten aus der Zeit vor 1865 stammen und unbedingt erneuerungsbedürftig sind.

1931

Fr. Schuh publiziert die "Karte der Salzwasservorkommen in Mecklenburg-Schwerin" in 1:200000 in Rostock.

1934

Die Mecklenburgische Geologische Landesanstalt Rostock gibt die "Isanomalenkarte der magnetischen Vertikalintensität von Mecklenburg " im Maßstab 1:200 000, bearbeitet von Fr. Schuh, heraus. Sie bildet eine wertvolle Ergänzung der geologischen Karte von Geinitz dar.

1934-1944

Durch das Gesetz vom 3. Juli 1934 über die "Neuordnung des Vermessungswesens" wird das Vermessungs- und Kartenwesen in Deutschland zentralisiert. Anstelle der verschiedenen Landeskoordinaten wird das Gauß-Krüger-System eingeführt. 1938 erfolgt die Bildung der Hauptvermessungsabteilungen in jedem Land, deren Aufgabe darin besteht, die Triangulatio-nen I. bis IV. Ordnung zu überwachen und zu vervollständigen sowie Bearbeitung und Druck-legung der Landeskartenwerke in den Maßstäben 1:25 000 und 1:5 000 vorzunehmen. Die sogenannte Grundkarte 1:5 000 ist in Mecklenburg nur Stückwerk geblieben.

Durch das "Gesetz über die Schätzung des Kulturbodens" wird die Bonitierung für ganz Deutschland angewiesen. Die Vervollständigung der Katasterkarten wird weitgehend mit Hilfe der Luftbildmessung durchgeführt. Von der Hansa-Luftbild GmbH werden Aufnahmen für die Vorbereitung der Reichsbodenschätzung geliefert. Sie befinden sich im Mecklen-burgischen Landeshauptarchiv.

1935

Karl Schmaltz publiziert in seinem Werk "Kirchengeschichte Mecklenburgs" eine skizzenhafte Karte zur kirchlichen Organisation Mecklenburgs im Mittelalter.

1936

Von der Mecklenburgischen Geologischen Landesanstalt wird "Die bodenkundliche Übersichtskarte von Mecklenburg" in 1:500 000 erarbeitet.

1938

In dem von der nationalsozialistischen Propaganda geprägten Werk "Mecklenburg: Werden und Sein eines Gaues" erscheint der erste thematische Atlas Mecklenburgs im Verlag Velhagen & Klasing (Bielefeld und Leipzig). Der überwiegende Teil der Karten ist aber von der nationalsozialistischen Propaganda nicht beeinflußt.

Karte der Berliner Akademie der Wissenschaften 1764 (Ausschnitt) - 39 KByte

aus dem ersten thematischen Atlas Mecklenburgs; erschienen im Verlag Velhagen & Klasing, Bielefeld und Leipzig 1938



Meßtischblatt 1:25000 Nr. 505 Doberan (aufgenommen 1877) - 41 KByte

aus dem ersten thematischen Atlas Mecklenburgs; erschienen im Verlag Velhagen & Klasing, Bielefeld und Leipzig 1938


1946-1948

Im Zuge der Vermessungen für die Bodenreform werden in kartenlosen Gebieten durch Neuvermessungen neue Flurkarten in den Maßstäben 1:4 000 bzw. 1:5 000 hergestellt.

1950

Der Seehydrographische Dienst der DDR wird gegründet, der u.a. die Aufgabe hat, die Häfen und Küstengewässer der westlichen Ostsee zu vermessen und Seekarten sowie andere nautische Veröffentlichungen herauszugeben. Im Zeitraum 1950-1961 erschienen die ersten vier Seekarten im Maßstab 1:100 000 und zwei Seekarten im Maßstab 1:300 000.

1952

Der Vermessungsdienst Nord (ab 1960 Topographischer Dienst, ab 1971 VEB Geodäsie und Kartographie) mit Sitz in Schwerin wird gebildet. In den Folgejahren werden neue topographische Karten in den Maßstäben 1:10 000, 1:25 000, 1:50 000 und 1:100 000 heraus gegeben.

1953

Franz Engel publiziert eine Karte der nordostdeutschen Siedlungsformen in 1:500 000 in der "Zeitschrift für Ostforschung".

1954-1988

Die Lagenetze werden zwischen 1954 und 1988 durch Winkel- und Streckenmessung neu bestimmt. Auf 2 km[[twosuperior]] ist ein Lagefestpunkt ("Trigonometrischer Punkt") verfügbar.

1960

Franz Engel begründet den Historischen Atlas von Mecklenburg. Der Atlas wird bis 1990 von der Historischen Kommission für Pommern (bis 1967 unter dem Vorsitz von F. Engel, nach 1967 Roderich Schmidt) herausgegeben. 1960 erscheinen im Böhlau Verlag (Köln, Graz) drei Karten "Grundkarte des 18. Jahrhunderts" (erarbeitet von F. Engel), "Ämterkarte und Besitzstandkarte von 1797" (erarbeitet von F. Engel und Manfred Hamann).

1962

Franz Engel publiziert die Karte der historischen Dorfformen im Historischen Atlas von Mecklenburg.

1962

Der VEB Topographischer Dienst Schwerin gibt den "Atlas der Bezirke Rostock, Schwerin und Neubrandenburg" heraus.

1963

Alexis Scamoni publiziert die Ergebnisse der unter seiner Leitung durchgeführten, auf vergleichenden Kartenstudien basierenden Forschungen unter dem Titel "Natur, Entwicklung und Wirtschaft einer jungpleistozänen Landschaft dargestellt am Gebiet des Meßtischblattes Thurow (Kreis Neustrelitz)" in Berlin.

1963

Karl Köster sichert bis 1973 große Restbestände an älteren mecklenburgischen Flur- und Gemarkungskarten in den drei Nordbezirken und erweitert systematisch die Kartenabteilung des Staatsarchivs Schwerin, das heute über den größten historischen Kartenbestand in Mecklenburg-Vorpommern verfügt.

1964

In dem Buch "Der Küstenschutz in Mecklenburg" demonstriert Hugo Cordshagen die Einsatzmöglichkeit von historischen Karten als Quellen für diese Thematik.

1970

Im Historischen Atlas von Mecklenburg erscheint die von Otto Witte bearbeitete "Karte der kirchlichen Gliederung Mecklenburgs um 1500".

1970/88

W. Zühlsdorff publiziert seinen "Flurnamenatlas des südlichen Südwestmecklenburg" in Berlin.

1974-1982

Die Nivellementsnetze werden zwischen 1974 und 1982 vorwiegend durch motorisiertes Feinnivellement erneuert.

1974

Im Historischen Atlas von Mecklenburg erscheint die von Helge Bei der Wieden bearbeitete Karte "Die Entwicklung des Eisenbahnnetzes bis zum Jahre 1952".

Ab 1979

Ab 1979 werden flächendeckend Luftbilder vorwiegend in den Maßstäben 1:12 500, 1:18 000 bzw. 1:27 000 für die topographische Landesaufnahme bereitgestellt.

1980

Die 1961 begonnene Erarbeitung des Atlas der DDR wird abgeschlossen. Der 110 Karten umfassende Atlas wurde vom Institut für Geographie und Geoökologie der Akademie der Wissenschaften der DDR und dem VEB Hermann Haack Gotha/Leipzig in Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen bearbeitet.

1983

Vom 10. Mai bis 5. Juni findet eine Ausstellung "Pommern und Mecklenburg in alten Karten" im Kieler Schloß statt, veranstaltet von der Stiftung Pommern und der Stiftung Mecklburg.

1985

Am 21. November 1985 wird ein wissenschaftliches Kolloquium "Der historische Kartenbestand des Staatsarchivs Schwerin - Geschichte, Funktion, Nutzer" in Schwerin durchgeführt.

1987

Im Historischen Atlas von Mecklenburg erscheint die von Helge Bei der Wieden bearbeitete Karte "Das öffentliche Telegraphennetz 1849 - 1880".

1988

Im Historischen Atlas von Mecklenburg erscheint die von Helge Bei der Wieden bearbeitete Karte "Manufakturen und Fabriken im Jahre 1793".

1989

Anläßlich des 400. Todestages Tilemann Stellas wird vom Januar bis März 1989 eine Ausstellung "Mecklenburgische Karten des 16. - 18. Jahrhunderts aus dem Staatsarchiv Schwerin" gezeigt. Die Ausstellung wurde maßgeblich von Christa Cordshagen gestaltet.

1989

Anläßlich des 400. Todestages Tilemann Stellas wird am 21. und 22. Februar 1989 ein wissenschaftlicher Symposium in dem Schweriner Schloß durchgeführt. Die Referate sind im Heft 18 der Rostocker Wissenschaftshistorischen Manuskripte "Tilemann Stella und die wissenschaftliche Erforschung Mecklenburgs in der Geschichte" publiziert. Die Hauptveranstalter waren die Universität Rostock und das Staatsarchiv Schwerin.

1990

Das Vermessungs- und Kartenwesen im Land Mecklenburg-Vorpommern wird neu organisiert. In den Kreisstädten werden Vermessungs- und Katasterämter gebildet. Das Landesvermessungsamt Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin wird mit der Leitung der geodätischen, topographischen und kartographischen Aufgaben betraut. Es ist als Landesoberbehörde dem Geschäftsbereich des Innenministers zugeordnet.

1990

Der nordland Kartenverlag GmbH Schwerin und Hannover wird gegründet. Das Verlagsprogramm beinhaltet Stadt- und Wanderkarten für Mecklenburg und Vorpommern.


Die Ostseeküste von WISMAR bis ROSTOCK (Ausschnitt) - 132 KByte

1990

Die Historische Kommission für Mecklenburg unter dem Vorsitz von Helge Bei der Wieden wird gegründet.

1991

Am 15. November 1991 findet in Rostock ein Symposium zu "Historische Kartenkunde, Geschichtskartographie, Historische Geographie und Landesgeschichte" statt. Hauptveranstalter waren die Universität Rostock und das Kulturhistorische Museum Rostock.

1992

Am 1. Juli 1992 tritt das "Gesetz über die Landesvermessung und das Liegenschaftskataster, Vermessungs- und Katastergesetz" in Kraft.

1993

Die Kartenverlage Alexander Kartographie Stuttgart und Perthes Verlag Gotha erarbeiten den "Alexander Kleiner Atlas Mecklenburg-Vorpommern" und der Westermann Schulbuchverlag GmbH Braunschweig gibt den Atlas "Heimat und Welt Regionalatlas Mecklenburg-Vorpommern" heraus.

1995

Die Faksimileausgabe von dem Hoinckhusen-Atlas wird von dem Landesvermessungsamt Mecklenburg-Vorpommern und dem Mecklenburgischen Landeshauptarchiv Schwerin herausgegeben.

1995

Die Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern beginnt die Herausgabe eines zweibändigen Atlas unter dem Titel "Historischer und geographischer Atlas von Mecklenburg und Pommern". Der erste Band "Mecklenburg-Vorpommern. Das Land im Überblick", der naturräumliche und landwirtschaftliche Gegebenheiten, Bevölkerung und Siedlungsstruktur, Wirtschaft, Land- und Fortswirtschaft, Verkehrs- und Kommunikationsstruktur sowie Raumordung des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern darstellt, ist bereits abgeschlossen. Der zweite Band veranschaulicht die Geschichte Mecklenburgs und Pommerns in 21 Karten, von denen vier Karten vorliegen.





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