Kartographie im 16. Jahrhundert




Um1500

Um 1500 fertigt Erhard Etzlaub in Nürnberg seine sog. "Romweg-Karte" an, in der auch das Gebiet Mecklenburgs erscheint.

Romweg-Karte (Ausschnitt) - 364 KByte

1540

Der Maler Cyriacus Oswald aus Braunschweig zeichnet anläßlich eines Grenzstreits um den Fahrenhorst ein Waldgebiet bei Lübz, eine großformatige Karte (Lübz- Fahrenhorster Karte). Sie ist die älteste überlieferte Karte, in der ein mecklenburgisches Gebiet in großem Maßstab erscheint. Sie befindet sich im Mecklenburgischen Landeshauptarchiv Schwerin.

1543

Cornelis Anthonisz gibt die "Carte van oostlant" heraus. In diese älteste gedruckte Seekarte Nordeuropas erscheint das gesamte Gebiet Mecklenburgs.

1550

Am 9. Dezember 1550 schreibt Sebastian Münster einen Brief an den Herzog von Mecklenburg, Johann Albrecht I., in dem er ihn erfolglos bittet, Mecklenburg kartieren zu lassen.

1552

Tilemann Stella erarbeitet die erste Karte Mecklenburgs im Maßstab von etwa 1:500000. Die in Rostock gedruckte Karte ist nur in einer handschriftlichen Kopie überliefert, die 1623 von Geert Evert Piloot angefertigt wurde. Diese Kopie befindet sich im Mecklenburgischen Landeshauptarchiv.

Kopie der ersten Mecklenburgkarte von Tilemann Stella (Ausschnitt) - 177 KByte

1561

Tilemann Stella erhält eine Anstellung am Schweriner Hof. Zu seinen Aufgaben gehörte die Bereinigung von Grenzstreitigkeiten. Bis 1582 leitete er den Bau eines Kanals zwischen der Elbe und der Ostsee. Im Zuge dieser Arbeiten entstanden zahlreiche Detailkarten.

1563

Tilemann Stella publiziert in Wittenberg sein Werk "Kurtzer und klarer Bericht vom Gebrauch und nutz newen Landtaffeln sampt jren zugeordenten Scheiben oder Circkeln in etliche Capitel verfasset dem günstigen Leser zu gut".

1566

Tilemann Stella verfaßt eine methodische Schrift "Eine kurze und wohlgegründete anleitung...". Sie wurde nicht publiziert und befindet sich in dem Mecklenburgischen Landeshauptarchiv in Schwerin.

1566

Tilemann Stella gibt in Rostock sein Werk "Methodus quae in Chorographica et Historica totius Germaniae descriptione observatibur" heraus. In dieser nur 13 Seiten umfassenden Schrift stellt Stella seinen Plan, die chorographische und historische Beschreibung "gesamten Germaniens" vor. Die Aufnahmemethoden werden kurz erwähnt. Das einzige überlieferte Exemplar befindet sich in Halle.

Um 1570

Tilemann Stella führt Aufnahmearbeiten zu der Karte der Landesgrenze gegen Pommern bei Ribnitz und Damgarten mit dem Fischland durch. Die Karte wurde von dem Hofmaler Johann Albrechts I., Peter Boeckel, um 1578 in Ölmalerei auf Leinwand ausgeführt.

Tilemann Stella's Fischlandkarte (Ausschnitt)

um 1575

Hofuhrmachermeister Peter Jachenow beginnt die Herstellung von Hodometern (Wegmesser). Die Anregung dazu erhielt er wahrscheinlich von Tilemann Stella.

1576

Tilemann Stella fertigt eine Karte über die Kanalbauten von der Elbe bis zur Ostsee für die Stadt Lüneburg. In dieser Karte ist beinahe das gesamte Gebiet von Mecklenburg dargestellt.

Karte des Tilemann Stella von 1576 (Ausschnitt) - 156 KByte

1581

Tilemann Stella stellt in seiner Ichnographia die Kanalstrecke zwischen der Elbe und der Ostsee dar. 1764 wurde diese Karte von dem Landmesser A. F. H. Schumacher kopiert.

1585

Gerard Mercator veröffentlicht in der ersten Lieferung seines Atlaswerkes die Karte "Saxonia et Meklenborg ducatus". Sie ist die älteste überlieferte gedruckte Karte Mecklenburgs. Zu ihrer Erarbeitung wurden die Karten Stellas nicht herangezogen.

Mecklenburg im Mercator-Atlas 1585

1586

Der Rostocker Krämer Vicke Schorler erarbeitet eine kartenähnliche Darstellung Rostocks in aquarellierter Federzeichnung, die Bildrolle "Wahrhaftige Abcontrafactur der hochloblichen und weitberühmten alten See- und Hansestadt Rostock, Hauptstadt im Lande zu Meckelnburg".

Bildrolle des Rostocker Kramers Vicke Schorler um 1560-1625 (Ausschnitt) - 265 KByte



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